In der Übersicht
Für die Sozialpädagogik ist das Alter eine gestaltbare Lebensphase, die auch mit dem lebenslangen Erlernen von Fähigkeiten und Fertigkeiten einhergeht. Eine qualitativ hochwertige Betreuung im Alter ist der zentrale Schlüssel, damit sich ältere und hochbetagte Menschen wohlfühlen. Daher muss der Fokus auf der Qualität der Betreuung und ihrer kontinuierlichen Weiterentwicklung liegen. In diesem Zusammenhang wird das sozialpädagogisches Wirken an Bedeutung gewinnen. Die vorliegende Studie setzt hier an, fokussiert sich auf die stationäre Betreuung und strebt an, die Berufsgruppe der Sozialen Arbeit stärker in der Altersarbeit zu verankern, insbesondere in Kooperation mit den Pflegeberufen.
Die Studie stellt das "sozialpädagogische Handeln" ins Zentrum. Dieses basiert auf Prinzipien, was bedeutet, dass das Wirken und Handeln der Sozialpädagogik für und mit ihrer Klientel sich an vier Arbeitsprinzipien orientiert (vgl. Stadelmann & Kessler, 2021 in Anlehnung an Heiner, 2013):
- Lebenswelt- und Lebensbewältigung
- Lebensqualität
- Partizipation und Teilhabe, auch bei vorhandenen Abhängigkeiten
- Selbstbestimmung bzw. Empowerment
Diese vier Arbeitsprinzipien wurden in einem eigens entwickelten Modell visualisiert. Die Studie liefert erstmals empirische Belege zur praktischen Umsetzung der vier Arbeitsprinzipien. Anhand von Videoaufnahmen aus Alltagssituationen und Betreuungsszenen in vier verschiedenen stationären Altersinstitutionen in der Schweiz konnten erste Erkenntnisse darüber gewonnen werden, welche Tätigkeiten aktuell zur Alltagsgestaltung in Altersinstitutionen erbracht werden und wie diese im Kontext der vier Arbeitsprinzipien bewertet werden können.
Das Hauptziel der Studie war es, das Potenzial für das Wirken der Sozialpädagogik besser zu erkennen, um älteren und alten Menschen eine qualitativ hochwertige Betreuung und Selbstbestimmung zu ermöglichen. Dieses Ziel konnte erreicht werden und die Studie liefert erste Ergebnisse zu
- den im Modell definierten Indikatoren und deren Umsetzung.
- dem Potenzial von Alltagssituationen, welche stärker im Hinblick auf die Arbeitsprinzipien genutzt werden könnten.
- einer möglichen stärkeren Einbindung von sozialpädagogischem Fachpersonal im stationären Altersbereich.
- gewissen Aspekten, die einen Beitrag zu zukünftigen Kooperationen zwischen Pflege und Betreuung sowie zwischen den zugehörigen Professionen leisten könnten.
Zusammenfassend lässt sich festhalten: Besonders die «kommunikative Begleitung und Wertschätzung», das «Erkennen des Potenzials eines aktiven, aber nicht zu fürsorglichen Sorgeverständnisses» sowie die verstärkte Integration von biografischem Arbeiten gilt es, stärker in die alltägliche Betreuung in Heimen zu integrieren. Ein wichtiges Ergebnis ist auch, dass es im Heimalltag der älteren Menschen nicht immer geplante Angebote braucht.
Die ganze Studie ist öffentlich einsehbar.