Im Auftrag der Destinationsmanagement-Organisation der Region Adelboden-Lenk-Kandersteg durfte das Institut für Tourismus und Mobilität ITM den partizipativen Prozess zur Erarbeitung des Masterplans für die Tourismusentwicklung in der Teilregion Kiental-Reichenbach leiten. Als eines von vier Schlüsselprojekten wurde darin die Realisierung der Natur-Gesundheitswelten im Kiental definiert.
Dieses Projekt basiert auf Ideen von Einheimischen, die grosse Vielfalt der Wild- und Kulturpflanzen sowie des Waldes des Kientals in Wert zu setzen, um auf unterschiedliche und vielseitige Art und Weise zur Gesundheitsförderung für breite Bevölkerungskreise beizutragen. Die detaillierte Erarbeitung des Projektes erfolgte im Rahmen eines NRP-Projektes unter Leitung des Instituts für Tourismus und Mobilität ITM der Hochschule Luzern – Wirtschaft und sieht vier verschiedene Teilprojekte für unterschiedliche Zielgruppen vor:
- Achtsamkeits-Wald (Ruhesuchende, Naturfreunde)
- Alpine Wellness-Insel (Naturliebhaber)
- Spielen/Bewegen (Familien mit Kindern )
- Kräuterwelten (Familien, Schulen, Firmen)In Workshops mit am Tourismus interessierten Einheimischen und touristischen Leistungsträgern wurden die Ideen zusammen mit den Teilprojektverantwortlichen und Initianten weiterentwickelt. Anschliessend wurden mit möglichen Partnern Gespräche geführt und es fanden Begehungen der Örtlichkeiten statt, u.a. mit dem Fachexperten für Planungen von Innovage (Freiwilligenorganisation von pensionierten Persönlichkeiten) und dem stv. Leiter des Bauamtes der Gemeinde Reichenbach.
Aus diesen Grundlagen wurde eine Bauvoranfrage eingereicht, die für die definierten vier Teilprojekte verschiedene Umsetzungsideen mit kleineren und grösseren Gestaltungs- und Einrichtungselemente enthielt. Beim Teilprojekt «Spielen/Bewegen» sind z.B. folgende Posten vorgesehen: Balancieren auf Baustämmen, Tierweitsprung, Himmel und Hölle, Slalomparcours, Transportseilbahnen, unten/oben durchspringen und Tannenzapfen werfen. Zudem sollen mit diesen Posten Wettbewerbe und Messstationen installiert werden.
Die Stellungnahmen der verschiedenen Ämter mündeten in Aussagen zu Umfang und Möglichkeiten bzw. Restriktionen bei der Realisierung der vier Teilprojekte. Insbesondere das Amt für Gemeinden und Raumplanung und das Amt für Naturschutz äusserten sich kritisch zu einigen Umsetzungsideen, so dass Ende Oktober 2024 eine erneute Begehung unter kompetenter Leitung des Regierungsstatthalteramtes vorgenommen wurde. Ziel war es, Klarheit darüber zu bekommen, welche Umsetzungsmassnahmen akzeptiert werden und welche nicht realisiert werden können. Auf Grund der Ergebnisse wurde der Entschluss gefasst, den Fokus bei der Umsetzung auf die beiden Teilprojekte «Achtsamkeits-Wald» und «Spielen/Bewegen» zu setzen.
Das weitere Vorgehen für die beiden Teilprojekte «Kräutergarten» und «Alpine Wellness-Insel» wird nochmals neu geprüft.
Vor Wintereinbruch wurde eine erneute Begehung mit den Teilprojektverantwortlichen und dem Holzbaubetrieb, der die Offertgrundlagen erarbeitet, durchgeführt und die definitiv zu realisierenden Einzelmassnahmen detailliert aufgenommen. Diese Informationen bilden die nötigen Grundlagen für die folgenden letzten Schritte bis zur Realisierung:
- Zustimmung der Grundeigentümer
- Genehmigung des Baugesuchs
- Sicherstellen der Finanzierung
Der Zeitplan sieht vor, dass im Sommer 2025 eines oder bereits beide Teilprojekte gebaut und dem Publikum zugänglich gemacht werden.